Feng Shui einfach erklärt

In meiner monatlichen Rubrik spreche ich regelmäßig über wichtige Aspekte des Feng Shui und ihre Bedeutung. Schauen Sie regelmäßig rein und bleiben Sie auf dem Laufenden.

Qi (Qi / Chi)

Das Konzept des Qi ist eine wichtige Basis für jegliche Variante der chinesischen Wissenschaften, ob nun Feng Shui, Bazi Suanming, TCM oder Qimen Dunjia etc.
Der Begriff Qi (auch oder Chi) besitzt leider kein wirkliches sprachliches Gegenstück, weder in unserer noch in einer anderen europäischen Sprache, was es etwas schwierig macht ihn exakt zu erklären. Zudem ändert sich das Konzept des Qi mit der Art seiner Anwendung. So ist mit dem Qi im Feng Shui anders umzugehen als beispielsweise in der TCM oder dem Qimen Dunjia, auch wenn der Grundgedanke der gleiche ist.
Das Qi ist ein Überbegriff für jegliche Form von Energie, unsere Lebensenergie, unsere Seele. Sozusagen “das was uns am Leben erhält”. Die Bezeichnung “living spirit” trifft es sehr gut. Dabei ist das Qi keine stofflich vorhandene Energie und schon gar nicht mit  derzeit bekannten Geräten messbar.
Im Feng Shui ist das Qi und speziell der Qi-Fluss auch oft nur ein Denk- und Erklärungsmodell, um raumpsychologische Zusammenhänge erst erklärbar zu machen. Mit dem Konzept des Qi lassen sich beispielsweise Raumstrukturen auf ihre Wirkung hin analysieren und optimieren.
Berechnet werden kann das Qi im Feng Shui unter anderem mit der Methode der „Fliegenden Sterne“, welche die energetischen Einflüsse unserer Umgebung aufzeigt. In diesem Falle dient das Qi als Erklärungsmodell für die diversen Einflüsse, denen ein Mensch in einer umbauten Umgebung ausgesetzt ist.
Je nach Grundriss und Umgebung hat jedes Gebäude eine ganze Reihe bestimmter Wirkungen auf den Menschen. Um diese Wechselwirkungen sichtbar und damit beeinflussbar zu machen, wird das Konzept des Qi mit der Berechnungsmethode der „Fliegenden Sterne“ kombiniert.
Aber auch andere Methoden wie die Fünf Elemente, das Ba Zhai oder gar Yin und Yang laufen letztendlich auf das Modell des Qi hinaus.
DAS Qi gibt es also nicht und es handelt sich vermutlich auch nicht um eine physisch vorhandene Kraft, sondern um ein Konzept mit mannigfachen Anwendungsmöglichkeiten.

Fünf Elemente

Die Lehre der Fünf Elemente beschreibt die Gesetzmäßigkeiten und Prozesse (Wandlungen) des Lebens von Werden, Wandlung und Vergehen. Die Fünf Elemente werden auch die Fünf Wandlungsphasen genannt und haben eine Schlüsselfunktion in den meisten asiatischen Lehren. Die Fünf Elemente sind:

 

Holz steht für das Frühjahr, für Wachstum und für den Beginn von Aktionen.
Form: hoch und aufrecht
Farbe: grün

Feuer steht für den Sommer, für Wärme und Kraft und hat die größte Yang-Energie.
Form: spitz
Farbe: rot

Erde steht für Kraft, Stabilität und Ausgewogenheit.
Form: liegend, flach, mehr breit als hoch
Farbe: Erdtöne, Braun und sattes Gelb

Metall steht für den Herbst, für Reichtum und Wohlstand, für Gewalt und Gier, für Verfestigung und geistige Sammlung.
Form: rund
Farbe: silbern, weiß

Wasser steht für den Winter und für Kälte. Es ist nicht mit den Händen zu greifen, es zerrinnt zwischen den Fingern. Es hat die größte Yin-Energie.
Form: wellen, ungleichmäßig
Farbe: blau, schwarz

Diese Elemente können in einem Erzeugungszyklus vorhanden sein, d.h. Holz erzeugt Feuer, Feuer erzeugt Erde, Erde bringt Metall hervor, Metall nährt Wasser und Wasser nährt Holz.
Die Elemente können in einem Schwächungszyklus auftreten, d.h. Feuer schwächt Holz, Erde schwächt Feuer, Metall schwächt Erde, Wasser schwächt Metall und Holz schwächt Wasser.
Sie können aber auch in einem Kontrollzyklus auftreten, d.h. Feuer kontrolliert Metall, Erde kontrolliert Wasser, Metall kontrolliert Holz, Wasser kontrolliert Feuer und Holz kontrolliert Erde.

Feng Shui

Feng Shui ist die Lehre von Wind und Wasser. Es ist eine bildhafte Umschreibung zweier Energien, die die Welt geformt haben. Diese alte und bewährte Lehre basiert auf verschiedenen philosophischen Systemen. Dem Energiefluss Qi, Yin und Yang, den Fünf Elementen und den Himmelsrichtungen mit den Trigrammen.

Feng Shui lehrt, die Naturkräfte vorteilhaft zu nutzen und die Pole Yin und Yang auszubalancieren, damit Qi optimal angezogen und geleitet wird. Das Grundprinzip besteht darin, die Kraft und Harmonie der Natur in die eigene Wohnung und am Arbeitsplatz zu integrieren, so dass sich dort die Energie verbessert und damit auch die Vitalität und Leistung der darin lebenden Menschen.
Neben dem Qi ist es noch von besonderer Bedeutung, auf Yin und Yang zu achten.

Um in Harmonie zu leben, brauchen Menschen diese Gegensätze – zum einen Spannung, Aktion, Freude und Sonne, zum anderen aber auch Ruhe, Erholung, Trauer, Schatten. Yin und Yang in Balance zu bringen und zu halten, ist das Ziel von Feng Shui. Yang ist dabei das aktive Element, Yin ist der ruhende Pol.

Um Lebensräume nach Feng-Shui-Gesichtspunkten optimal zu gestalten, werden Qi-Fluss, Yin und Yang und die Fünf Elemente so eingebracht, dass eine möglichst große Harmonie zwischen dem zu analysierenden Objekt und den darin lebenden und arbeitenden Menschen entsteht.

New Age Feng Shui

New-Age-Feng-Shui, manchmal auch Tankstellen-Feng-Shui oder McFengshui genannt, ist ein Überbegriff für alle Methoden, die sich in den letzten Jahrzehnten in der westlichen Welt gebildet haben. Darunter sind einige Methoden, die sich am klassischen Feng Shui orientieren und dazu dienen es für uns Europäer verständlicher zu machen.

Die meisten der New-Age-Feng-Shui-Methoden haben allerdings mit Feng Shui nichts zu tun und beschäftigen sich damit, möglichst viel Esoterik und Hokuspokus unter dem Namen Feng Shui zu verkaufen. Diesen Methoden ist es zuzuschreiben, dass Feng Shui hierzulande den Ruf einer esoterischen Hokuspokus-Lehre hat.

Zu den bekannt gewordenen New-Age-Methoden gehören u.a. das 3-Türen-Bagua oder diverse spirituelle oder intuitive Feng-Shui-Methoden.